Wir starten in Hamburg. Die Kinder wollen unbedingt "Tarzan" sehen, also fahren wir einen Tag eher per Bahn nach Hamburg. Es sind 35° C im Schatten und die IC-Kühlung funktioniert leidlich, so dass wir im Zug ebenfalls nur 35° ertragen müssen. Eine Reise mit einem ICE wäre wohl wärmer gewesen, dort werden die Fahrgäste derzeit gekocht.
Bei der Hitze flüchten wir nach der Ankunft zunächst in den alten Elbtunnel.
Einen Meter unter der ausgebaggerten Fahrrinne der Elbe ist es schön kühl. Die Autos (und auch wir) werden per Aufzug befördert.
Danach geht's zu "Tarzan", sehenswert!
Wir übernachten in der angeblich schönsten Jugendherberge Deutschlands auf dem Stintfang. Hmmm... Wie sehen denn dann die nicht so schönen Jugendherbergen aus? Es ist fürchterlich heiß, die Fenster lassen sich nur ankippen, draußen ist ständig (auch nachts) Lärm und die Betten sind zu klein.
Bis zum "Boarding" ist noch ein halber Tag Zeit. Wir flüchten nach dem Frühstück in die Stadt. Mit der "Hamburg-Card" können wir auch Fähre fahren, das nutzen wir zu einer preisgünstigen Hafenrundfahrt. Leider sind wir nicht die einzigen mit dieser Idee.
Hinter der Philharmonie-Baustelle schaut schon die Nase der AIDAaura hervor.
An Land ist inzwischen das Chaos ausgebrochen. Marathon und Schlagermove gleichzeitig, alles Verrückte!
Wir quälen uns mit den Koffern zum Hauptbahnhof. In dem Moment, als wir den Koffertransporter mit der AIDA-Fahne erreicht haben, beginnt wirklich der Urlaub.
Wir checken im Kreuzfahrt-Terminal ein. Der Container-Look ist Geschmackssache. Aber er stimmt und auf die Reise ein, denn meist liegen Kreuzfahrtschiffe aufgrund ihrer Größe im Containerhafen. Hamburg will wohl nicht aus dem Rahmen fallen, obwohl der Containerhafen kilometerweit entfernt ist und die neue Speicherstadt/Hafencity sicher etwas besseres verdient hätte.
Wir kommen pünktlich zum Kaffeetrinken. Danach wird das Schiff besichtigt. Auf Deck 10 ist noch nix los. Sogar das Wasser im Pool fehlt. Das Pool-Wasser ist Original-Seewasser, im Moment wäre das Elbwasser - igitt. Wir erfahren, dass der Pool einen Tag vorher wegen Windstärke 10 abgelassen wurde - was werden wir erleben?
Die Gäste sind auf Reisen in Nordeuropa sehr zurückhaltend mit dem Baden im Pool, denn das Wasser wird nicht geheizt, da AIDAaura für Kreuzfahrten im Mittelmeer und in der Karibik gebaut wurde.
Die AIDAaura ist bis auf wenige Details baugleich mit der AIDAvita, auf der wir vor 3 Jahren nach Island gefahren sind. Wir finden uns sofort zurecht.
Die "kleinen" Schiffe Vita und Aura gefallen uns viel besser als der Massenbetrieb auf der Bella oder der Costa Luminosa. Das Theater ist familiärer und nach einigen Tagen kommen einem die Gesichter bekannter vor. Auf den großen Schiffen verläuft man sich und sieht auch nach 14 Tagen nur völlig fremde Leute.
Wir beziehen die Kabine, langsam trudeln auch die Koffer ein. Die Kabine ist AIDA-üblich klein und hat zum Glück ein Fenster, so werden wir wohl nicht das Frühstück wie auf der Bella verschlafen. Sie ist deutlich kleiner als auf der Costa Luminosa, aber die Wände sind so dick, dass uns weder die Nachbarn noch das Personal auf dem Gang stören.
Anschließend belegen wird den Außenbereich des Restaurant Calypso auf Deck 9, denn der ist auch schon bei geschlossenen Türen zugänglich. Es gibt wirklich Verrückte, die sich eine Viertelstunde vor der Öffnung der Restaurants vor die geschlossene Tür stellen. Auch wenn Wolfgang Trepper behauptet, dort schon Ossis in Schlafsäcken gesichtet zu haben, halten wir das für ein Gerücht. Es ist doch schön, dass wir bei allen drei AIDA-Reisen bisher den gleichen Komiker an Bord hatten. Jetzt können wir sein Programm auswendig und merken, wenn er einen Satz vergisst oder eine Pointe nicht richtig 'rüberbringt.
Wir haben den optimalen Tisch, müssen uns nicht anstellen und genießen den perfekten Hafenblick während des Abendbrots.
Es ist zum Glück nicht mehr so fürchterlich heiß, nur noch 25°C. Das stimmt uns auf die Reise ein, immerhin geht es rund um die verregneten Britischen Inseln. ;-)
Um 20:00 Uhr geht's los. Die Festmacher (blaue Leinen) werden von den Festmachern (Hafenarbeiter im Auto) losgeworfen. Dann laufen Bug- und Heckstrahler auf Volldampf, das wird wie üblich mit Gedudel übertönt (Orinoco Flow von Enya - hat uns auf der Costa gefehlt).
Wir fahren an der wachsenden Hafencity vorbei.
Der Blick auf den Hafen ist wie immer beeindruckend. Es wird fleißig 3mal lang getutet. Unter uns drehen kleine Schiffchen Kreise, um auch etwas Aufmerksamkeit abzubekommen. Am linken Bildrand ist oben die wunderschöne Jugendherberge im wunderschönen Grauton zu erkennen, darunter in grün die Hochbahnstation Landungsbrücken mit den Schlagermove-Freaks.
Dann wird's ruhiger.
Die Wirtschaftskrise ist vorbei. Manche Containerfrachter werden so voll geladen, dass sie schon Schlagseite bekommen. ;-)
Tarzan schwingt sich über die Elbe.
Der Hafenlotse wird gegen den Elblotsen getauscht.
Dieser Pott der koreanischen Hanjin Shipping ist größer als die AIDAaura :-(
In Schulau erklingt am Willkommhöft die italienische Nationalhymne. Ach ja, unser Heimathafen ist Genua.
Wir fahren elbabwärts mit leicht links neben der Feuerlinie. Hoffentlich weiß der Lotse, was er empfiehlt.
Wer nautisch weniger interessiert ist, feiert Sail-Away-Party.
Am ersten Seetag gibt's die vorgeschriebene Seenotrettungsübung. Die ist bei der vierten Kreuzfahrt nicht mehr interessant, sondern öde.
Aber für die Webseite brauchen wir ein freundliches Foto!!!
Wir schauen uns auf der Nordsee neben dem nassen Nordseewasser noch ein paar hübsche Bohrinseln an
und genießen ansonsten das hervorragende Bordprogramm.