Wir nähern uns Cobh, dem ehemaligen Südirischen Auswandererhafen.
Die bunten Häuschen sind schon von weitem sichtbar, ebenso die Kirche.
Wir haben schon per Internet ein Mietauto bestellt, das an der Pier stehen soll (www.greatislandcarrentals.com). Es steht auch wirklich da. Die Formalitäten sind schnell erledigt. Zum Glück gibt's 'ne Automatik-Schaltung, so dass Ulf sich auf das Fahren auf der linken Seite voll konzentrieren kann.
"If you drive on the right side, you will meet interesting people." (Zitat unseres Englisch-Lehrers).
Die offiziellen AIDA-Ausflüge führen in die Jameson-Destille, nach Cork, nach Blarney und nach Kinsale. Gut, das können wir auch. Das Nokia-Navi führt uns zunächst zur Destille.
Leider ist die Produktion vor ein paar Jahren in ein neues Gebäude wenige hundert Meter entfernt umgezogen, das nicht besichtigt werden kann. Wir schauen uns aber trotzdem das schön restaurierte Museum an.
Die historischen Gebäude wurden mit ebensolcher Technik ergänzt. Das wichtigste Rohmaterial ist die Gerste, die erst einmal gedroschen werden muss.
Die meisten Gebäude dienten zur Lagerung der Gerste.
Zur Malz-Herstellung wird in Irland nur Hitze und kein Torf-Rauch wie in Schottland verwendet. Dadurch ist der Geschmack angenehmer. Außerdem wird dreifach gebrannt.
Wir stehen andächtig zwischen alten Fässern und dürfen zum Schluss ein Glas kosten. Das schmeckt, also wird 'ne ganze Flasche gekauft.
Beim erweiterten Test mit offiziellem Whisky-Tester-Zertifikat für die Teilnehmer werden je ein billiger ekliger schottischer Whisky, ein billiger ekliger amerikanischer Whisky und ein teurer Jameson verglichen. Das Ergebnis wundert niemanden.
Ulf darf sich nicht für den erweiterten Test melden, denn in Irland gibt es eine 0,8-Promille-Grenze und Kirsten will nicht links fahren. :-(
Unser nächstes Ziel ist Blarney. Die Burgruine dient nicht nur dazu, Frauen in die Küche zu sperren.
Man kann auch den "Blarney Stone", den Stein der Redegewandtheit küssen. Wer das tut, ist anschließend mühelos in der Lage, inhaltsloses Geschwätz von sich zu geben (Blabla). Das müssen wir unbedingt tun, vielleicht verbessert es die Englisch-Zensuren der Kinder! Am Stein dürfen nur die offiziellen teuren Fotos fotografiert werden, die sparen wir uns. Wir nehmen die Szene aus einiger Entfernung auf.
Der Schlosspark enthält seltsame Gewächse, unter anderem auch einen Baum mit einer Querverbindung zwischen zwei Stämmen.
Die Steinsammlung "Rockclose" ist fast so schön wie das Elbsandsteingebirge, nur viel kleiner.
Als nächstes ist Cork dran. Wir fahren durch die Stadt, entscheiden uns dann aber doch nicht für einen Stopp. Nun müssen wir noch Kinsale abhaken.
Das ist eine wunderschöne Hafenstadt an der Südküste.
Die Maler haben alle Farben ausprobiert.
Leider müssen wir nun zurück zum Schiff, denn das wartet nicht auf Privatreisende, die die offiziellen Ausflüge sabotieren. Die letzten Minuten an Land nutzen wir noch für eine Kurzbesichtigung von Cobh.
AIDAaura liegt genau dort neben dem Bahnhof, wo auch im 19. Jahrhundert die Auswandererschiffe lagen. Die folgenden Bilder zeigen, was damals die Auswanderer von ihrer hungernden Heimat zuletzt sahen, falls sie nicht unter Deck irgendwo eingepfercht waren.
Wir genießen das Abendessen und wie jeden Tag auch die Theatervorstellung. Kapitän Nico Berg teilt uns mit, dass Cobh der letzte Hafen war, den die Titanic verlassen hat. Wir sollen uns aber keine Sorgen machen, denn er hat's schon zwei mal geschafft, den Hafen ohne Eisberg-Kollision zu verlassen. Wir machen uns trotzdem Sorgen und halten nach Eis Ausschau. Es ist aber nur der Mond zu sehen.